Das Pfand Chaos

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Obwohl der damalige Umweltminister Jürgen Trittin dem Einweg in Deutschland nach der Zwangsbepfandung äußerst negative Prognosen ausstellte, kam es wiedererwartend völlig anders.

 

Der Run hin zum billigen Einweg der Discounter hält unvermindert an. Dass wir Verbraucher bei jedem Kauf einer Einwegpulle sowohl über Qualitätsunterschiede und Mittelstandsbetriebe, als auch über Umweltprobleme hinweg springen, ist wohl nur den Wenigsten bewusst. In keinem anderen Land der Erde ist der umweltschonende Mehrweggedanke so ausgeprägt, wie in Deutschland.

 

Nirgendwo sonst haben sich in den letzten 20 - 30 Jahren Getränkemärkte in der Vielzahl wie in Deutschland entwickelt. Schuld an dieser positiven Entwicklung in der Vergangenheit waren mehr denn je die große Vielzahl an mittelständischen und familiengeführten Brauereien in Deutschland und vor allem in Bayern.

Während in unseren europäischen Nachbarländern riesige Brauereikonzerne bereits vor Jahrzehnten sämtliche kleine Brauereien aufkauften, gelingt es unseren mittelständischen Brauereien, nicht zuletzt durch die bevorzugte Unterstützung der ansässigen Getränkeketten den Erhalt der bayerischen Traditionsbrauereien zu sichern. Gleichzeitig schaffen diese Betriebe eine Unmenge an regionalen Arbeitsplätzen. Private Brauereien brauchen Braumeister und Bierfahrer. Getränkemarktbetreiber brauchen Verkäufer und Lageristen und da sich diese Betriebe speziell bei uns in Bayern mehr denn je in der Vergangenheit entwickelt haben, konnten auf diese Weise viele regionale Arbeitsplätze geschaffen und erhalten bleiben. Seit der Einführung des Dosenpfandes, d. h. seit der Bepfandung von Einweg, sollte das umweltschonende, wieder befüllbare Mehrweg noch mehr denn je geschützt werden.

 

Doch die führenden Discounterketten Deutschlands spielten dabei nicht mit. Sie stellten ihre eigenen Einweg Getränke her, drückten beim Umweltministerium Insellösungen und verkaufen seit einigen Jahren mit zunehmendem Erfolg Einwegpullen, die nach jedem Gebrauch sofort vernichtet und zerschrettert werden.

 

Allein die Mineralbrunnenbetriebe, die voll auf Mehrweg setzen, verzeichneten in den letzten Jahren einen Rückgang ihres Absatzes von bis zu 40 %. Deshalb ist klar, dass man beim Kauf von Mehrwegprodukten nicht nur die Umwelt schont und bayerische Traditionen am Leben hält, sondern auch regionale Arbeitsplätze sichert.